Ich verdiene mein Geld damit, Websites zu bauen. Sie können also getrost davon ausgehen, dass ich nicht ganz unvoreingenommen bin. Genau deshalb fange ich mit dem Teil an, den Sie von mir vermutlich nicht erwarten.
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
Es gibt Situationen, in denen ich Ihnen von einer beauftragten Website abraten würde. Nicht aus Bescheidenheit, sondern weil Ihr Geld dann woanders besser aufgehoben ist.
- Sie testen gerade erst eine Idee. Wenn noch nicht feststeht, ob es das Geschäft in einem Jahr überhaupt gibt, ist eine schnelle Seite aus dem Baukasten genau richtig. Investieren Sie, wenn sich zeigt, dass es läuft.
- Sie brauchen nur eine digitale Visitenkarte. Name, Leistung, Telefonnummer, Öffnungszeiten. Wenn Ihre Kunden ohnehin über Empfehlungen kommen und die Website nur bestätigen soll, dass es Sie gibt, reicht das.
- Sie arbeiten gern selbst daran. Manche Menschen basteln mit Freude an ihrer Seite, probieren Dinge aus, ändern ständig etwas. Wenn Sie dazugehören, wäre eine fertig gebaute Website für Sie eher eine Einschränkung.
- Das Budget ist wirklich eng. Dann ist eine ordentlich gepflegte Baukastenseite besser als eine halbherzig beauftragte, bei der am Ende bei den Texten gespart wurde.
Eine schlichte, gepflegte Baukastenseite schlägt jede teure Website, die seit drei Jahren niemand angefasst hat. Das Budget ist nicht der entscheidende Faktor, die Pflege ist es.
Wo Baukästen an ihre Grenze kommen
Geschwindigkeit
Baukästen müssen alles können, was irgendein Kunde brauchen könnte. Deshalb laden sie Code mit, den Ihre Seite nie benutzt. Das merkt man vor allem am Handy bei mäßigem Empfang, also genau in der Situation, in der jemand schnell Ihre Nummer sucht. Wer dann drei Sekunden auf ein weißes Bild schaut, ist weg.
Wiedererkennung
Vorlagen sind gut gemacht, aber sie sind eben Vorlagen. Wenn Ihr Betrieb aussieht wie hunderte andere, bleibt nichts hängen. Bei einem Handwerksbetrieb, der sich über Qualität definiert, ist das ein Widerspruch, den Besucher unbewusst wahrnehmen.
Die Texte
Das ist der wahre Engpass, und er hat mit dem Baukasten selbst nichts zu tun. Die meisten Baukastenseiten, die ich sehe, scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass unter „Über uns“ noch ein Mustertext steht oder drei Sätze, die niemandem sagen, warum man hier kaufen sollte. Das Werkzeug kann nichts dafür, aber es löst das Problem eben auch nicht.
Der Umzug später
Inhalte lassen sich aus einem Baukasten meist nur mühsam mitnehmen. Wenn Sie in drei Jahren wechseln wollen, fangen Sie oft bei null an. Das ist kein Argument gegen den Einstieg, aber Sie sollten es wissen.
Die Gegenüberstellung, ohne Schönfärberei
| Baukasten | Beauftragt gebaut | |
|---|---|---|
| Ihr Zeitaufwand | Hoch, Sie machen alles selbst | Gering, meist ein Gespräch und Rückfragen |
| Zeit bis online | Sehr kurz, wenn Sie dranbleiben | Bei mir maximal eine Woche |
| Texte | Sie schreiben | Werden für Sie geschrieben |
| Aussehen | Vorlage, oft erkennbar | Auf Ihren Betrieb zugeschnitten |
| Geschwindigkeit | Oft mäßig, viel unnötiger Code | Kann gezielt optimiert werden |
| Ansprechpartner | Hilfe-Center, Chat | Eine Person, die Sie kennen |
| Laufende Kosten | Monatliche Gebühr | Domain, Hosting, optional Betreuung |
| Wenn Sie wechseln wollen | Inhalte schwer mitzunehmen | Dateien und Zugänge gehören Ihnen |
Der Punkt, an dem sich der Wechsel lohnt
Es gibt ein paar recht zuverlässige Anzeichen. Wenn zwei oder mehr davon auf Sie zutreffen, ist der Zeitpunkt da.
- Sie kommen nicht mehr zum Pflegen. Die letzte Änderung ist von vorletztem Jahr, und Sie schieben es seit Monaten vor sich her.
- Kunden sagen, sie hätten Sie nicht gefunden. Oder sie finden falsche Angaben, weil irgendwo noch alte Öffnungszeiten stehen.
- Sie bekommen keine Anfragen über die Website. Alles läuft über Empfehlung, und die Seite trägt nichts bei.
- Sie zögern, die Adresse weiterzugeben. Wenn Sie beim Netzwerktreffen lieber nichts sagen, ist das ein klares Signal.
- Sie wollen wachsen. Neue Mitarbeiter, neue Leistungen, größeres Einzugsgebiet. Dafür muss die Website mitziehen können.
Was Sie sich vorher beantworten sollten
Egal für welchen Weg Sie sich entscheiden, diese drei Fragen sollten Sie klären, bevor Sie loslegen.
- Was soll die Website leisten? Anfragen bringen, Bewerbungen, das Telefon entlasten? Ohne Ziel bauen Sie ins Blaue, und dann ist jede Lösung die falsche.
- Wie viel Zeit haben Sie wirklich? Nicht wie viel Sie gern hätten. Ein Baukasten kostet weniger Geld und mehr Stunden. Rechnen Sie Ihre Stunden mit, dann sehen Sie das echte Bild.
- Wie lange soll die Seite halten? Zwei Jahre oder zehn? Je länger der Horizont, desto eher lohnt ein sauberes Fundament.
Ich selbst baue weder mit Baukästen noch mit WordPress, sondern handgeschrieben. Das ist keine Weltanschauung, sondern schlicht der Weg, der bei den Betrieben, mit denen ich arbeite, die schnellsten Seiten und den geringsten Pflegeaufwand ergibt.
