Wenn jemand in Fulda nach einem Elektriker sucht, sieht er zuerst eine Karte mit drei Betrieben darüber. Erst darunter fangen die normalen Suchergebnisse an. Wer in diesen drei Einträgen steht, bekommt die Anrufe.
Diese Einträge kommen nicht von Ihrer Website, sondern aus dem Google-Unternehmensprofil. Für den Eintrag selbst verlangt Google keine Gebühr, und bei vielen Betrieben in der Region liegt hier der größte ungenutzte Hebel. Was darüber entscheidet, ob er etwas bringt, ist nicht das Anlegen, sondern was danach passiert.
Bei einem Handwerksbetrieb mit festem Einzugsgebiet bringt ein gepflegtes Google-Profil oft schneller Anrufe als jede Maßnahme an der Website. Für den Eintrag selbst verlangt Google nichts. Die eigentliche Investition ist die Arbeit dahinter: recherchieren, sauber einpflegen, dranbleiben.
Die Angaben, auf die es ankommt
Google entscheidet anhand von drei Dingen, wen es zeigt: wie gut der Betrieb zur Suche passt, wie nah er ist und wie bekannt beziehungsweise vertrauenswürdig er wirkt. Auf alle drei können Sie einwirken.
Die Kategorie
Das ist die wichtigste einzelne Angabe und wird am häufigsten falsch gesetzt. Wählen Sie die Hauptkategorie, die genau beschreibt, was Sie tun. Nicht „Bauunternehmen“, wenn Sie Estrich verlegen. Nebenkategorien können Sie ergänzen, aber die Hauptkategorie sollte Ihr Kerngeschäft treffen.
Einzugsgebiet statt nur Adresse
Wenn Sie zu Kunden fahren, tragen Sie die Orte ein, die Sie bedienen. Bleiben Sie dabei realistisch: Wer von Eiterfeld aus ganz Hessen einträgt, wirkt für Google weniger relevant, nicht mehr. Lieber ein glaubwürdiger Radius als eine Wunschliste.
Öffnungszeiten, die stimmen
Klingt banal, ist aber der häufigste Ärgernisgrund. Wer vor verschlossener Tür steht, weil bei Google etwas anderes stand, ruft nicht noch einmal an. Tragen Sie auch Feiertage und Betriebsurlaub ein.
Leistungen einzeln aufführen
Es gibt ein eigenes Feld für Leistungen. Nutzen Sie es und tragen Sie ein, was Sie wirklich machen: Badsanierung, Heizungswartung, Notdienst. Das hilft Google zuzuordnen, wonach jemand gesucht hat.
Fotos, die tatsächlich etwas bringen
Profile mit Fotos werden häufiger angeklickt. Aber nicht jedes Foto hilft gleich viel.
- Echte Arbeiten statt Symbolbilder. Ein fertig verlegter Boden aus Ihrem letzten Auftrag wirkt zehnmal stärker als ein gekauftes Bild von Werkzeug.
- Das Team und die Fahrzeuge. Menschen buchen bei Menschen. Ein Foto vom beschrifteten Transporter schafft Wiedererkennung im Ort.
- Außenansicht, wenn Sie einen Laden haben. Damit Kunden Sie finden, ohne zweimal um den Block zu fahren.
- Regelmäßig ergänzen. Ein Profil, bei dem alle Fotos vom selben Tag vor vier Jahren stammen, wirkt genauso tot wie eine veraltete Website.
Bewertungen: der Teil, der wirklich wirkt
Bewertungen sind das stärkste Signal, sowohl für Google als auch für den Menschen, der entscheidet, wen er anruft. Und sie sind der Teil, vor dem sich die meisten Betriebe drücken.
Wie Sie zu Bewertungen kommen
Ganz einfach: fragen. Am besten direkt nach dem Auftrag, wenn der Kunde zufrieden ist und es noch frisch ist. Nicht drei Wochen später per Serienmail.
- Holen Sie sich Ihren Bewertungslink. Den finden Sie im Google-Profil unter „Bewertungen erhalten“. Legen Sie ihn als Lesezeichen ab.
- Fragen Sie persönlich. „Wenn Sie zufrieden waren, würde mir eine Bewertung bei Google sehr helfen.“ Mehr braucht es nicht.
- Machen Sie es bequem. Schicken Sie den Link per WhatsApp hinterher. Wer erst suchen muss, macht es nicht.
- Antworten Sie auf jede Bewertung. Auch auf die guten, kurz und persönlich. Das sehen künftige Kunden.
Fünf Fehler, die Sichtbarkeit kosten
- Abweichende Angaben. Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen überall gleich geschrieben sein: im Google-Profil, auf der Website, in Branchenverzeichnissen. Unterschiedliche Schreibweisen machen Google unsicher.
- Werbung im Firmennamen. „Müller Elektro Fulda günstig schnell“ verstößt gegen die Regeln und kann zur Sperrung führen. Tragen Sie den Namen ein, der an Ihrem Fahrzeug steht.
- Keine Verlinkung zur Website. Und umgekehrt: Auf Ihrer Website sollten Adresse und Telefonnummer als Text stehen, nicht nur als Bild.
- Profil nie wieder angefasst. Google bevorzugt aktive Profile. Ein Foto im Monat und eine beantwortete Bewertung reichen schon.
- Profil gar nicht beansprucht. Es gibt viele Betriebe, deren Eintrag automatisch entstanden ist und den nie jemand übernommen hat. Dort stehen dann Angaben, die niemand kontrolliert.
Was das Profil nicht kann
Damit keine falsche Erwartung entsteht: Das Google-Profil bringt Sie in die Karte und ans Telefon. Es ersetzt aber keine Website.
Wer Sie über die Karte findet, klickt fast immer weiter auf Ihre Seite, bevor er anruft. Was er dort sieht, entscheidet dann, ob er es tut. Ein starkes Profil und eine schwache Website ist eine verschenkte Kombination: Sie erarbeiten sich die Aufmerksamkeit und verlieren sie im letzten Schritt.
Umgekehrt gilt genauso: Eine gute Website ohne gepflegtes Profil wird lokal seltener gefunden, als sie verdient hätte. Die beiden gehören zusammen.
Wenn Sie es nicht selbst machen wollen
Alles, was hier steht, können Sie selbst umsetzen. Ich schreibe das nicht als Floskel: Wer sich einmal hinsetzt und sein Profil ordentlich aufbaut, hat den wichtigsten Teil erledigt.
Der Haken ist nicht die Schwierigkeit, sondern das Dranbleiben. Ein Profil wirkt nicht, weil es einmal ausgefüllt wurde, sondern weil regelmäßig etwas passiert: neue Fotos von echten Arbeiten, beantwortete Bewertungen, aktuelle Öffnungszeiten, gepflegte Leistungen. Genau das geht im Tagesgeschäft als Erstes unter.
Wenn Sie das abgeben möchten, übernehme ich es. Recherche der richtigen Kategorien und Suchbegriffe für Ihre Region, saubere Einrichtung aller Angaben, Aufbau eines Bewertungsprozesses, der zu Ihrem Ablauf passt, und die laufende Pflege. Was das kostet, hängt vom Zustand Ihres Profils und vom Umfang ab, das bespreche ich vorher offen mit Ihnen.
