Der Fall, den ich am häufigsten sehe, ist nicht die kaputte Website. Es ist die Website, bei der alles in Ordnung aussieht. Sie wird gefunden, sie lädt, sie ist ordentlich gestaltet. Und trotzdem passiert nichts.
Das ist unangenehmer als ein sichtbarer Fehler, weil es nichts zu reparieren gibt. Man weiß nicht, wo man anfangen soll, und ändert deshalb meistens das, was am einfachsten zu ändern ist. Das ist selten das, was wirkt.
Erst rechnen, dann ändern
Bevor Sie irgendetwas umbauen, klären Sie eine Frage: Kommen zu wenige Leute, oder kommen genug und es passiert nur nichts? Das sind zwei völlig verschiedene Probleme mit zwei völlig verschiedenen Lösungen.
Sehen Sie nach, wie viele Besucher Ihre Seite im Monat hat. Wenn Sie keine Statistik haben, fragen Sie denjenigen, der die Website betreut, oder sehen Sie in der Google Search Console nach. Dann vergleichen Sie diese Zahl mit der Zahl der Anfragen, die über die Website kamen.
- Kaum Besucher, kaum Anfragen: Ihr Problem ist die Sichtbarkeit. Dann lohnt sich Arbeit am Google-Profil und an den Suchbegriffen, nicht an den Texten auf der Seite.
- Besucher ja, Anfragen nein: Ihr Problem steckt auf der Seite selbst. Dann hilft mehr Sichtbarkeit wenig, denn Sie würden nur mehr Leute an derselben Stelle verlieren.
Dieser Artikel behandelt den zweiten Fall. Wenn bei Ihnen der erste zutrifft, hilft der Artikel darüber weiter, warum ein Betrieb bei Google nicht gefunden wird.
Mehr Besucher auf eine Seite zu schicken, die nicht überzeugt, ist der teuerste Weg, dasselbe Ergebnis zu bekommen.
Die fünf Hebel, nach Wirkung sortiert
Die Reihenfolge ist kein Zufall. Sie ergibt sich daraus, wie viel ein Punkt bewirkt, geteilt durch das, was er kostet. Wenn Sie nur Zeit für eine Sache haben, nehmen Sie die erste.
1. Klarheit in den ersten Sekunden
Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er bei Ihnen richtig ist. In dieser Zeit muss oben auf der Seite stehen, was Sie machen, für wen und wo. Nicht als Slogan, sondern als Aussage. „Qualität aus Meisterhand“ sagt nichts. „Bäder, Heizung und Sanitär für Privatkunden im Umkreis von 30 Kilometern um Hünfeld“ sagt alles.
Der Test dauert eine Minute: Zeigen Sie Ihre Startseite jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, und nehmen Sie das Handy nach fünf Sekunden wieder weg. Kann die Person sagen, was Sie anbieten und ob Sie für sie infrage kommen? Wenn nicht, ist das Ihr erster Hebel.
Aufwand: gering, das ist reine Textarbeit. Wirkung: die größte von allen.
2. Ein erkennbarer nächster Schritt
Viele Websites bieten fünf Wege an: anrufen, schreiben, Formular, WhatsApp, Rückrufbitte. Das wirkt großzügig und führt dazu, dass nichts davon benutzt wird. Entscheiden Sie sich für einen Hauptweg und machen Sie den auffällig. Die übrigen dürfen bleiben, aber leiser.
Dazu gehört, dass dieser Weg wirklich kurz ist. Eine Telefonnummer, die man am Handy antippen kann, statt einer Zahlenreihe zum Abschreiben. Ein Formular mit vier Feldern statt zwölf. Und ein Satz dazu, was danach passiert: „Sie hören am selben Tag von mir.“
Aufwand: gering. Wirkung: hoch, und sie zeigt sich sofort.
3. Gründe, gerade Sie zu nehmen
Die meisten Websites sagen, was der Betrieb macht. Kaum eine sagt, warum man ihn nehmen sollte. Dabei ist das die Frage, mit der ein Besucher auf der Seite sitzt, denn er hat meistens noch zwei andere Betriebe offen.
Was dabei hilft, ist nichts Ausgedachtes, sondern Belege: echte Bewertungen aus dem Google-Profil, Fotos von eigenen Arbeiten statt gekaufter Bilder, die Zahl der Jahre, die es den Betrieb gibt, ein Gesicht mit Namen. „Zuverlässig und kompetent“ behauptet jeder. Vier echte Sätze von Kunden behauptet niemand.
Aufwand: mittel, weil Sie Material zusammentragen müssen. Wirkung: hoch, besonders bei teureren Aufträgen.
4. Die Seite am Handy
Die meisten Besucher kommen mit dem Telefon, oft abends und unterwegs. Wenn man dort hineinzoomen muss, um etwas zu lesen, wenn Schaltflächen zu klein sind oder das Formular nicht vernünftig funktioniert, verlieren Sie genau die Leute, die eigentlich anfragen wollten.
Prüfen Sie es selbst, unterwegs und nicht im Büro-WLAN: Seite aufrufen und bis drei zählen, dann versuchen, in zehn Sekunden Ihre Telefonnummer zu wählen. Wenn das nicht klappt, klappt es bei Ihren Kunden auch nicht.
Aufwand: je nach Zustand gering bis hoch. Wirkung: hoch, und sie betrifft alle anderen Punkte mit.
5. Eine eigene Seite je Leistung
Wer „Bad sanieren Hünfeld“ sucht, soll auf Ihrer Seite über Badsanierung landen, nicht auf der Startseite, auf der Badsanierung einer von acht Punkten ist. Das hilft doppelt: Google versteht besser, wofür Sie stehen, und der Besucher liest sofort das, wonach er gesucht hat.
Für jede wichtige Leistung also eine eigene Seite mit eigener Adresse, eigenem Titel und eigenen Fotos. Das ist der aufwendigste Punkt dieser Liste und der einzige, der Zeit braucht, bis er wirkt.
Aufwand: hoch. Wirkung: hoch, aber über Monate statt über Tage.
Was Sie zuletzt angehen sollten
Jetzt der Teil, bei dem ich mir ins eigene Fleisch schneide. Ein neues Design ist selten der erste Schritt. Es ist das, was man zuerst sieht, und deshalb das, was zuerst in Frage gestellt wird. Aber eine schöne Seite, die nicht sagt, was sie anbietet, und keinen klaren nächsten Schritt hat, bringt genauso wenig wie die alte, nur teurer.
Dasselbe gilt für Animationen, einen Blog, den niemand pflegt, oder Anzeigen bei Google. Anzeigen bringen Klicks, solange Sie zahlen. Wenn die Seite dahinter nicht überzeugt, haben Sie für Besucher bezahlt, die trotzdem nicht anfragen.
Ein Neubau lohnt sich, wenn das Fundament nicht mehr trägt: wenn die Seite am Handy nicht funktioniert, niemand mehr Änderungen vornehmen kann oder die Technik so alt ist, dass sich die fünf Hebel gar nicht umsetzen lassen. Dann ist er der kürzere Weg. Nur sollte das die Begründung sein und nicht das Gefühl, dass die Seite altmodisch aussieht.
Woran Sie merken, ob es wirkt
Nicht an Besucherzahlen. Die steigen auch, wenn niemand anfragt. Zählen Sie Anfragen, und zwar getrennt danach, woher sie kamen.
Die einfachste Methode kostet nichts: Fragen Sie jeden Anrufer, wie er auf Sie gekommen ist, und machen Sie einen Strich auf einem Zettel neben dem Telefon. Nach vier Wochen wissen Sie mehr über Ihre Website als aus jeder Statistik. Für die Suchseite ergänzen Sie die Google Search Console, dort sehen Sie, wofür Sie gefunden werden und wie oft jemand klickt.
Ändern Sie außerdem nicht alles gleichzeitig. Wenn Sie an einem Tag Texte, Fotos, Formular und Design umstellen und es kommen danach mehr Anfragen, wissen Sie nicht, woran es lag. Nehmen Sie die Hebel in der Reihenfolge dieser Liste, einen nach dem anderen.
Was realistisch ist
Die ersten drei Hebel wirken schnell, oft innerhalb weniger Tage, weil sie an den Besuchern ansetzen, die ohnehin schon kommen. Die beiden letzten brauchen Wochen bis Monate, weil Google Zeit braucht, um Änderungen zu bewerten.
Niemand kann Ihnen seriös sagen, wie viele Anfragen am Ende dabei herauskommen. Das hängt von Ihrer Branche ab, von Ihrer Region und davon, wie viele Leute dort überhaupt nach Ihrer Leistung suchen. Was sich dagegen sicher sagen lässt: Eine Website, die in drei Sekunden erklärt, was sie anbietet, einen klaren nächsten Schritt zeigt und am Handy funktioniert, verliert deutlich weniger Leute als eine, die das nicht tut. Dieser Unterschied ist herstellbar, und zwar von Ihnen oder von mir, aber er stellt sich nicht von selbst ein.
Übrigens gilt fast alles davon genauso, wenn Sie Personal suchen. Auch eine Bewerbung ist eine Anfrage, nur mit anderem Anlass. Wie das auf der eigenen Website aussieht, steht im Artikel darüber, wie Sie Mitarbeiter über die eigene Website finden.



